Freddy M.`s mobile Tierheilpraxis und       ganzheitliches (Online-)hundetraining

für Gladbeck und Umgebung

Der Blog für dich und Dein Tier.


#4 Grannen - Die oft unterschätzte Gefahr beim Gassigang

Grannen - Wer kennt sie nicht. Aber wusstest du, dass sie unter Umständen zur tödlichen Gefahr für Deinen Hund werden können?! "Grannen-Unfälle" sind im Sommer eine der häufigsten Ursachen für Tierarztbesuche. Sie haben Widerhaken, was du auch merkst, wenn du sie selber anfasst. Und genau diese können Deinem Hund großen Schaden zufügen.
Aber wie geht das und wo sind Grannen denn zu finden? Grannen findet man nicht nur auf einem Feld, oder am Feldrand, wie man vielleicht meinen mag. Sie lauern ebenso auf Wiesen, also dort, wo ihr euch auf eurem Spaziergang vermeintlich sicher fühlt. 
Wie kleine Pfeilspitzen bohren sie sich in die Haut Deines Hundes (beliebte Stelle: Pfoten - zwischen den Zehen) und wenn er durch Schütteln etc. versucht sie loszuwerden, setzen sie sich nur noch fester und dringen noch tiefer ein. Noch gefährlicher werden sie im Auge, Ohren oder in der Nase, wo sie zunächst oftmals gar nicht bemerkt bzw. erkannt werden und von wo aus sie auch in die Lunge wandern können.
Ein "normales" Entfernen ist hier so gut wie unmöglich, so dass sie vom Tierarzt oder in der Tierklinik operativ entfernt werden müssen.

a) Achte auf Spaziergängen, auf der Wiese und beim Toben auf dem Feld immer auf Deine Umgebung,
b) suche Deinen Hund nach jedem Spaziergang gründlich ab,
c) achte auf Symptome wie häufiges (Kopf-)Schütteln, Husten, rote Augen oder Ohren, Lecken der Pfoten etc.

Solltest du eine Granne vermuten, suche bitte sofort den Tierarzt Deines Vertrauens auf und "experimentiere" nicht lange selber rum. Unentdeckte Grannen führen zu schlimmen Entzündungen, eitrigen Abszessen, starken Schmerzen und im schlimmsten Falle zum Tod.

Achte gut auf Deinen Vierbeiner - bleibt gesund!


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#3 Zecken

Wer kennt sie nicht?! Und gerade in diesem Jahr ist es besonders schlimm. Dabei hatten wir einen langen und kalten Winter. Aber warum haben die Menschen eigentlich so eine "Panik" vor Zecken? Fakt ist, Zecken können Krankheiten übertragen, ja. Fakt ist aber auch, dass dies nicht so schnell geht. 
Die häufigsten von Zecken übertragenen Krankheiten beim Hund sind Borreliose, Anaplasmose, Babesiose, Ehrlichiose u. FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis).

Noch ein paar Fakten: 
Nur eine von 150 Zecken trägt das FSME-Virus in sich.
Nur etwa 20% der Zecken übertragen Borreliose-Bakterien.
Borrelien befinden sich im Darm der Zecke und werden - wenn - erst nach 24 Std. übertragen.
Die Übertragung der sog. canine granulozytäre Anaplasmose geschieht erst nach 36-48 Stunden!
1/3 bis 1/5 aller Hunde in Deutschland haben Antikörper dagegen.
Die Babesiose (Hundemalaria) wird durch die Auwaldzecke und die braune Hundezecke übertragen.
Die Übertragung erfolgt 48 bis 72 Stunden nach dem Zeckenbiss.
Die Ehrlichiose kann bereits 3 Stunden nach Beginn des Saugaktes übertragen werden.

Halten wir also fest: Der beste Zeckenschutz ist immer noch das sofortige Absuchen des Hundes nach jedem Spaziergang! 

Wer doch etwas gegen die "lästigen Biester" unternehmen möchte, dem stehen zahlreiche Alternativen zur Verfügung. Neben Kokosöl, welches man (äußerlich) punktuell auf den Hund auftragen kann, gibt es auch sog. "Anti-Parasiten-Spray`s", die sich in der Vergangenheit bewährt haben. Diese sind 100% natürlich und werden bspw. vor jedem Spaziergang auf ein Halstuch gesprüht. 
Auch innerlich kann man zum Beispiel mit Bierhefe, Knoblauch oder auch mit Cistus incanus gut arbeiten. 
Auch eignen sich Halsbänder, wie zum Beispiel EM-Keramik-Halsbänder, oder auch Bernsteinketten.
Wer doch lieber ein Spot-on für seinen Hund bevorzugt, wird selbstverständlich auch fündig. Sämtliche Produkte gibt es inzwischen von vielen Herstellern. Wir bevorzugen die Produkte von AniForte. 

Wenn ihr noch Fragen zu dem Thema habt, oder auch Hilfe bei der Auswahl des richtigen Mittels benötigt, könnt ihr euch gerne melden.
Die passenden links findet ihr ebenfalls hier auf meiner Seite. 
Das passende Rezept für gesunde Hundekekse gegen "lästige Biester" findet ihr in unserem Buch.

Auch an dieser Stelle sei nochmals der Hinweis erlaubt, dass man von den - leider in den vergangenen Jahren sehr in Mode gekommenen - "Kautabletten" gegen Zecken (erhältlich beim Tierarzt) unbedingt die Finger lassen sollte, da es sich hierbei um Fluralaner handelt. Die wirkt NICHT repellierend gegen Zecken! Das heisst, es hat KEINE abwehrende Wirkung! Die Zecke muss also trotzdem erst einmal beißen und saugen, um sich so vergiften und absterben zu können. 
Merke: Brav**** & Co. haben keinerlei Abwehreffekt gegen Zecken und/oder Flöhe und bieten damit keinen Schutz vor einer eventuellen Übertragung von Erregern / Krankheiten! Dafür vergiften sie Deinen Hund jedoch auf Raten! Leber und Niere arbeiten kontinuierlich auf Hochtouren und langfristig gesehen entstehen Leber- u. Nierenschäden. Von den Schäden des Gehirns durch permanente Giftbelastung wollen wir nun gar nicht erst anfangen, denn das würde hier den Rahmen sprengen.

 

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#2 Hypotone Hyperhydratation
Oder auch - Die Wasservergiftung

Was gibt es schöneres als eine Abkühlung im See oder mit dem Wasserschlauch, wenn die Temperaturen mal wieder jenseits der 30 Grad sind!?
Aber Vorsicht ist geboten!
Wenn ein Hund mehr Wasser aufnimmt, als er sollte, sinkt der Natriumgehalt in den Zellen und sie beginnen Wasser zu speichern. Dadurch wird die Urinproduktion verlangsamt, damit der Hund nicht noch zusätzlich Elektrolyte verliert.
Folge - Dein Hund kann das Wasser jetzt nicht mehr selber ausscheiden, bekommt jedoch vermehrt Durst. Die wasserspeichernden Zellen schwellen an und sorgen so für einen Überdruck, zum Beispiel im Kopf, welches wiederum zu neurologischen Störungen führen kann. Ebenso schwellen die Lungenbläschen an. Dein Hund befindet sich in absoluter  Lebensgefahr, wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen werden!

Das Risiko einer Wasservergiftung ist in der Regel eher gering.  Dennoch sollte man es immer im Hinterkopf behalten und den Hund nicht zu lange schwimmen lassen, mit dem Gartenschlauch oder Rasensprenger spielen lassen, oder im Wasser apportieren lassen.

Beobachte Deinen Hund stets gut und als Tipp: Steck auf Ausflügen immer eine Packung Salzstangen ein. Denn dies ist bei einer Wasservergiftung eine Erste-Hilfe-Maßnahme (sie stocken die Elektrolyte auf und unterstützen die Nieren beim Ausscheiden des Wassers).
Dies ersetzt natürlich trotzdem nicht den sofortigen Gang zum Tierarzt.


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#1 Sommer - Sonne - Hitze
... und wie du es Deinem Hund etwas angenehmer gestalten kannst.

Und da ist sie wieder - die Hitze. So einen "normalen" Frühling oder Herbst haben wir gar nicht mehr, oder?! Nun ja, der Winter war auch lang genug und wenn man ein paar Dinge beachtet, kann die Sonne ja auch richtig Spaß machen. Hier habe ich Dir die wichtigsten Tipps und Tricks bei Hitze zusammengefasst. Wenn du hierzu noch Fragen hast, kannst du dich gerne bei mir melden.

Fangen wir mal draußen an. Größere Runden und - wenn unbedingt nötig - Fahrradfahren sollten unbedingt in die frühen Morgen- oder die späten Abendstunden verlegt werden. Über einen Besuch am See, wo Dein Hund ein paar Runden schwimmen kann, freut er sich bestimmt. Prüfe bitte unbedingt vorher, ob das Schwimmen an dem See auch erlaubt ist und eine "Chemiekeule" sollte Dein Hund natürlich auch nicht drauf haben, wenn er ins Wasser geht. Sollte Dein Hund kein guter Schwimmer sein, gewöhne ihn im Vorfeld an eine Schwimmweste. Sollten in der Mittagszeit Gassi-Runden nötig sein, dann bitte gehe in den Wald, da es hier noch am kühlsten ist. Nehme immer etwas Wasser mit und vermeide unbedingt sportliche Aktivitäten (Herz-Kreislauf!).
Vermeide in jedem Fall heißen Asphalt mittags, da sich Dein Hund die Pfoten verbrennen könnte! Mache selbst den Test und lege Deinen Fuß oder Deine Hand auf den Asphalt. Wie viele Sekunden hältst du aus?
Kleine Anmerkung noch zur eventuellen Autofahrt zum See: Bitte hier unbedingt Zugluft vermeiden. Diese kann Augenentzündungen verursachen!

Im Garten sollte Dein Hund unbedingt ein schattiges Plätzchen zur Verfügung haben. Auf kühlen Fliesen oder auf schattiger Wiese ruht es sich am besten. Auch Hunde können einen Hitzschlag erleiden. Denke dran, dass sie lediglich über die Pfoten schwitzen und sich über das Hecheln etwas abkühlen können. Selbstverständlich sollte Dein Hund auch stets Zugang zu frischem Wasser haben! Ein Planschbecken im Garten macht die Abkühlung perfekt und wenn es dann noch zwischendurch ein leckeres, selbstgemachtes Hundeeis (s. Foto) gibt, ist Dein Vierbeiner wahrscheinlich rundum glücklich. Wenn du bei Hundeeis nicht so kreativ bist, oder keine passende Form im Haus hast, kannst du natürlich auch einen Kong lecker befüllen und einfrieren (Joghurt, Hüttenkäse, Zahnputzflocken, Nassfutter...). Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Alles was Dein Hund mag und verträgt, ist erlaubt.
Solltest du kein Planschbecken zur Verfügung haben, tut es natürlich auch der Wasserschlauch oder die Gießkanne. Aber Vorsicht: Bitte nur langsam und von den Gliedmaßen aus nass machen.

Hunde mit dichtem Fell sollten regelmäßig gebürstet und das Fell so ausgedünnt werden. Hat Dein Hund vielleicht sogar Unterwolle? Auch zur richtigen Fellpflege beraten wir dich gerne. In jedem Fall gilt jedoch: NICHT abscheren, denn das bewirkt eher das Gegenteil!

In diesem Zusammenhang sei auch noch kurz der Hinweis erlaubt, dass Hunde mit (zuchtbedingt) verkürzten Nasen natürlich nochmal so geschont werden sollten, da sie in ihrer Thermoregulation enorm eingeschränkt sind! Hier besteht schnell Lebensgefahr!

Ein gut gemeinter Tipp ist auch jedes Jahr, den Hund mit einem nassen Handtuch zu bedecken. Dies bitte auf jeden Fall NICHT tun! Auch hier gibt es eher einen gegenteiligen Effekt durch Staunässe. Wenn dann bitte unter den Hund legen. Besser sind jedoch Kühlmatten, die auch wir seit vielen Jahren nutzen. Diese kühlen durch "Kontakt" von ganz alleine, ohne dabei zu kalt zu werden. Und für unterwegs gibt es auch die passenden Kühlhalsbänder.

Sollte Dein Hund ohnehin etwas empfindlich sein oder auch schon älter, empfiehlt es sich bei diesem Wetter, mehrere kleine Portionen am Tag anzubieten, als ein oder zwei große Portionen des Futters. Dies strengt den Körper / den Kreislauf weniger an.

Und zum Schluss wieder mein "Lieblingsthema"... BITTE LASST EUREN HUND NIEMALS IM AUTO zurück!!! Auch bei "nur" 20 Grad Außentemperatur heizt sich das Auto im Innenraum innerhalb von nur 10 Minuten auf 27 Grad auf. Bei 24 Grad Außentemperatur sogar auf 31 Grad usw. Glaubt ihr nicht? Nehmt ihr nicht ernst? Dann macht doch bitte mal den Selbsttest.
Seid in diesem Zusammenhang auch bitte immer aufmerksam, wenn ihr an abgestellten Autos vorbeigeht und meldet lieber einmal zu viel, als zu wenig, wenn ihr einen Hund entdeckt, oder euch etwas merkwürdig vorkommt. Im Zweifel kann euer Eingreifen Leben retten.

Denkt immer dran: Euer Hund hatte keine Wahl bei euch zu leben. IHR habt das so (für ihn) entschieden, also seid bitte so fair und übernehmt auch in jeder Sekunde seines Lebens die Verantwortung. 

Wir wünschen euch einen tollen Sommer.