Freddy M.`s mobile Tierheilpraxis,         Ernährungsberatung und ganzheitliches hundetraining

für Gladbeck und Umgebung

Der Blog für dich und Dein Tier.


#15 Die Sache mit der Vereinsamung

Die meisten Menschen sind gezwungen, ihren Hund einige Stunden täglich alleine zu lassen. Zu beachten ist jedoch, dass 4 bis maximal 6 Stunden nicht überschritten werden sollten! Hunde sind hoch soziale Lebewesen, sie würden ihre Zeit niemals freiwillig alleine verbringen.
Im folgenden zeige ich Dir 5 Punkte auf, an denen du erkennen kannst, ob Dein Hund an Vereinsamung leidet:

1) Bellen und Heulen
Der Hund ruft mit seinem Verhalten verzweifelt nach Aufmerksamkeit! Heulen und Jaulen sollten definitiv ernst genommen werden, sie sind ein klarer Hinweis darauf, dass der Hund einsam ist und möglicherweise sogar richtige Panikattacken hat! Definitiv ein Grund, die Sache sofort anzugehen und Deinem Hund die Trennungsangst zu nehmen.

2) Zerstörungswut
Auch hier versucht Dein Hund verzweifelt, Dir etwas zu sagen! Mit diesem Verhalten will er Dir auf seine Art mitteilen, dass er einsam, gelangweilt, oder sogar völlig panisch ist, wenn er alleine sein muss! Nimm es ernst!

3) Stuben(un)reinheit
Wenn gesundheitliche Probleme ausgeschlossen werden können, Dein Hund eigentlich schon lange stubenrein ist und er trotzdem plötzlich anfängt, Dir kleine „Geschenke“ in der Wohnung zu hinterlassen, ist dies für gewöhnlich ein Zeichen von Stress, welches du ernst nehmen solltest.

4) Aggression
Dein Hund ist normalerweise sehr freundlich, wird aber plötzlich "schnappig"?! Dies ist sehr oft ein ernstzunehmendes Anzeichen für tief sitzende, psychische Probleme (wenn gesundheitlich alles abgeklärt ist), wie zum Beispiel die Trennungsangst. 

5) Antriebslosigkeit/Appetitlosigkeit
Dein Hund frisst, trinkt, oder spielt weniger als sonst?! Auch hier sollte zunächst gesundheitlich alles abgeklärt werden. Nicht selten ist auch dies ein Anzeichen für enormen Stress... auch Hunde können depressiv sein/werden.

Bitte übe von Anfang an langsam und schrittweise das entspannte Alleinebleiben mit Deinem Hund. Und bitte achte auf darauf: Die Lebensumstände können sich immer ändern. Ein Hund hat es sich jedoch nicht ausgesucht, bei uns zu leben, dies haben wir für ihn entschieden und es gilt, immer erst auf die Bedürfnisse des Hundes einzugehen.
 
Sollten sich auch bei Dir die Lebensumstände ändern oder geändert haben, nimm Dir Zeit für Deinen Hund, damit auch er sich auf neue Situationen/Umstände einstellen kann. Einfach "ins kalte Wasser schmeißen" so nach dem Motto "Komm klar!" ist mehr als unfair einem so sozialen Lebewesen gegenüber. 

Wenn Dein Hund täglich 7, 8, 9, 10 oder sogar 12 Stunden (und ja, in meinem Praxisalltag erlebe ich so einiges...) alleine bleiben muss, ist die Hundetagesstätte oder ein DogWalker vielleicht eine gute Möglichkeit, Deinem Hund tagsüber auch einen Ausgleich zu verschaffen. 
Sollte dies keine Option für dich sein, solltest du bitte einmal ehrlich zu Dir selber sein und dich fragen, ob Dein Hund nicht vielleicht woanders optimaler versorgt werden könnte...?!


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#14 Click für Blick

Es ist die bekannteste und beliebteste Methode Deinem Hund andere Hunde "schmackhafter" zu machen. Dein Hund lernt, andere Hunde nicht mehr so "gruselig" zu finden. Er ist der perfekte Einstieg ins Begegnungstraining.
Ziel des ersten Schrittes ist es, dass Dein Hund lernt, andere - fremde - Hunde freundlich anzuschauen. Im nächsten Schritt lernt er dann, den Blickkontakt vom fremden Hund selbständig abzuwenden und sich an dich zu wenden. Click für Blick hilft Dir dabei, dass Dein Hund entspannter wird, gerade wenn er bei einem Reiz Stress empfindet und nur noch schlecht ansprechbar ist.

Click für Blick kannst du unter anderem in folgenden Situationen einsetzen:

- Schwierigkeiten bei Hundebegegnungen
- Schwierigkeiten bei Begegnungen mit Kindern, Joggern, Pferden, Radfahrern etc.
- Ressourcenverteidigung
- Probleme am Gartenzaun
- im Anti-Giftköder-Training
- starkes Jagdverhalten
- Angst vor Autos oder anderen Dingen
- und vielem mehr

Dein Hund sollte stets an einem gut sitzenden Brustgeschirr geführt werden, um Schmerzen und Schäden bei etwaigem, ruckartigem "in die Leine springen" zu vermeiden, die sodann mit dem Training (fehl-)verknüpft werden könnten.
Der "Click" ist Dein Markersignal, welches ausschließlich mit Belohnungen verknüpft ist, so dass bereits der "Click" selber positive Emotionen auslöst. Dein Markersignal kann ein Clicker, oder auch ein Wort sein.

Wichtig ist (und dies wird tatsächlich sehr oft falsch verstanden und umgesetzt), dass der Blick zum Reiz belohnt wird und nicht der Blick zu Dir. Erblickt Dein Hund den Reiz, zum Beispiel einen anderen Hund, dann folgt sofort der Click und die Belohnung. Du verstärkst hier also das ruhige Anschauen des stressauslösenden Reizes.
Es geht hier nicht um Aufmerksamkeit, Dein Hund muss dich nicht zwingend anschauen. Vielmehr geht es darum, im weiteren Verlauf des Trainings das ruhige Gucken zu verlängern, damit Dein Hund langfristig nicht mehr sofort reagiert. Achte auch darauf, dass du weg vom Reiz belohnst. So legt man bereits von Anfang an den Grundstein für ein späteres Alternativverhalten.
Schaut Dein Hund nach der Belohnung gleich wieder zum Reiz, erfolgt der nächste Click usw. 

Achte auf hochwertige Futterbelohnungen, denn du möchtest ja belohnen und nicht füttern. ;-)

Warum überhaupt Click für Blick?
Ganz einfach: Dein Hund lernt, dass es effektiver ist, sich eine Situation ruhig anzuschauen, anstatt direkt darauf zu reagieren. Er lernt, dass es sich immer lohnt, mit Dir zu kooperieren.

Dies solltest du unbedingt vermeiden:

- Distanz - Gehe nicht zu nah an den Reiz heran
- Timing - Warte nicht zu lange mit dem Click, das Timing ist entscheidend
- Fordere keinen Blickkontakt/Aufmerksamkeit von Deinem Hund, darum geht es nicht
- Warte nicht, bis Dein Hund bereits auf "180" ist
- Trainiere nicht zu lange (Stichwort: Impulskontrolle steht nicht unendlich zur Verfügung!)

Wenn dies alles gut läuft, lernt Dein Hund im Anschluss ein Alternativverhalten, damit er auf Dauer eine neue Handlungsstrategie erlernen und umsetzen kann. 
Aber: Eins nach dem anderen. :-)

Viel Erfolg.