Freddy M.`s mobile Tierheilpraxis,         Ernährungsberatung und ganzheitliches hundetraining

für Gladbeck und Umgebung

Der Blog für dich und Dein Tier (September 2022).


#20 Selektives Entwurmen

Die Weidesaison neigt sich so langsam dem Ende zu, deshalb ist der Zeitpunkt günstig, um den Parasitenstatus beim Pferd abzufragen. Das Risiko einer neuen Infektion ist während des Winters deutlich geringer.
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Parasitenbelastung des Pferdebestands im westlichen Raum Europas verändert. Sowohl die Bandwürmer wie auch die großen Strongylideneier sind selten geworden. Eier von kleinen Strongyliden werden jedoch immer wieder in Kotproben gefunden, allerdings auch da meist nur in geringen, nicht krankmachenden Mengen. In vielen Kotproben von Pferden, welche für eine erneute Behandlung vorgesehen wäre, findet man bei der quantitativen Kotuntersuchung (McMaster Verfahren = Ermittlung der Parasiteneier pro Gramm Kot) keine oder nur sehr wenige Wurmeier, wodurch eine erneute Behandlung meist unnötig ist.
Durch häufiges Entwurmen haben die Parasiten (vor allem die kleinen Strongyliden) Resistenzen gegen die gängigen Wurmmittel entwickelt. Dies führt dazu, dass nur noch wenige Präparate wirksam sind. Um den Pferden einen optimalen Schutz gegen parasitenbedingte Erkrankungen zu bieten wird eine neue Entwurmungsstrategie empfohlen.

Ziel der Parasitenkontrolle ist die Gesunderhaltung der Pferde und die Reduktion des Infektionsdrucks auf der Weide. Der zur Zielerfüllung erforderliche Behandlungsaufwand sollte so gering wie möglich gehalten werden, um eine längere „Überlebensdauer“ der noch wirksamen Entwurmungsmittel zu ermöglichen. D. h. So gezielt wie möglich und dadurch auch so wenig wie möglich zu entwurmen.
Natürlich sollte die Weidehygiene nicht vergessen werden. Mindestens zweimal wöchentliches Abäppeln der Weiden und Trockenplätze hilft die Parasitenbelastung massiv zu reduzieren.
Mittels quantitativer McMaster Methode wird die Anzahl der Wurmeier pro Gramm Kot bestimmt. Der internationale Schwellenwert der selektiven Entwurmung liegt bei 200 – 250 Eiern pro Gramm Kot. Über diesem Schwellenwert sollte entwurmt werden. Liegt die Anzahl der Parasiteneier darunter - sofern keine Symptomatik vorhanden ist - besteht kein Handlungsbedarf.

Bitte beachten: Da Parasitenstadien nicht mit jedem Kotabsatz ausgeschieden werden, sollten Sammelkotproben von mehreren Kotabsätzen eingesandt werden, um die Sensitivität zu erhöhen!

Quelle: Vetscreen

Eine regelmäßige Untersuchung hilft zu erkennen, ob ein Befall vorliegt, und wann eine Behandlung nötig ist.
Bei Fragen zu diesem Thema, zögert nicht und schreibt mir gern eine Email.



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#19 Scheuen im Stall vorbeugen - Das nervöse Pferd

"Nach meinen Erfahrungen empfiehlt es sich als praktisch, im Stall Kaninchen, Ziegen, Hunde etc. frei herum laufen zu lassen. Ich beobachte zum Beispiel bei einem bodenscheuen Pferd, wie dieses, welches anfangs sehr erschrak, wenn ein Kaninchen bei ihm vorbei huschte, nicht nur das Erschrecken sich dabei abgewöhnte, sondern auch im Freien sich nie mehr über Gegenstände aufregte, welche auf dem Boden lagen, oder an ihm vorbeisprangen."

Quelle: Alexander von Keller; Erfahrungen eines alten Reiters, Leipzig 1877, S. 14


Ein - wie ich finde - sehr interessanter Gedanke und ich muss zugeben, dass auch ich in meiner Anfangszeit immer sehr darauf bedacht war, dass meine Hunde am Stall nicht bellen, nicht hektisch werden etc. Und so konnte auch ich beobachten, dass Pferd und Hund mit der Zeit einfach immer "abgeklärter" und cooler wurden, wenn ich gewisse Dinge einfach mal habe laufen lassen. 

Natürlich soll dies nicht bedeuten, dass der Stall zum "Kinderspielplatz" wird und alles und jeder dort tun und lassen kann, was er will. Gewisse Regeln gilt es dennoch einzuhalten. Hier kommt es auf eine gesunde Mischung an. Wenn die Atmosphäre am Stall stets "steril" gehalten wird, beispielsweise nur geflüstert wird und kein Besen umfallen darf, so werden wahrscheinlich auch die Pferde sowohl auf Reitplatz, als auch im Gelände vor jeder Kleinigkeit scheuen. 

Mit Bodenarbeit, Gelassenheitstraining, Hunden, Kindern und anderen Tieren bereitet ihr euer Pferd auf ein super entspanntes Miteinander vor. 

Und wenn euch mal die Ideen ausgehen, dürft ihr mir gerne schreiben. :-)